Erfahrungsschatz oder Datensammlung als Entscheidungsgrundlage? Die Daten sagen klar, Lösung A ist korrekt. Aber Sie haben das Gefühl, irgendetwas passt nicht, können es aber nicht benennen. Dennoch ist da diese kleine Stimme, die sagt, nimm Lösung B.

Links oder rechts, kaufen oder abwarten, expandieren oder Status Quo? Entscheidungen tragen stets Konsequenzen mit sich. Aber worauf hören Sie? Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl oder dem Datensatz? Die Frage sollte eigentlich lauten, wie man diese beiden Bereiche in Einklang bringen kann?

Intuition und Bauchgefühl – evolutionär sinnvoll

Zwei Aspekte sprechen stark dafür, dass Sie sich bei Entscheidungen auf Ihre Intuition verlassen sollten – Ihre Erfahrung in diesem Bereich und die Schnelligkeit in der Entscheidungsfindung.

Erfahrung lehrt uns. Die Erfahrung, die Sie als Entscheider*in in Ihrem Fachbereich gesammelt haben, versetzt Sie in die Lage, diese für Entscheidungen anzuzapfen. Sie „brauchen“ also nicht immer nur aktuell erhobene Daten, um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gute Wahl zu treffen. Das unterstützt auch Gerd Gigerenzer, renommierter Professor am Berliner Max-Planck-Institut. Er meint, Intuition könne sich für Sie als wertvolle Entscheidungshilfe erweisen, solange Sie in Ihrem Fachgebiet über eine eingehende Praxis verfügen. Anders gesagt, wer Expert*in ist, kann auch Bauchentscheidungen in diesem Gebiet treffen.

Der zweite wichtige Punkt ist die Schnelligkeit von intuitiven Entscheidungen. „Ah, da kommt ein Rudel Wölfe auf mich zu. Auszeit, liebe zähnefletschsende Raubtiere! Ich berechne anhand von Wind- und Geländedaten und eurer Anzahl die perfekte Fluchtroute.“ Tja, und schon war der Steinzeitmensch Futter für die Wölfe. Sie sehen, in diesem Fall wäre eine intuitive Bauchentscheidung zur Flucht die beste Möglichkeit gewesen. Nicht selten hing das Überleben von dem evolutionären Vorteil der raschen Bauchentscheidung ab.

Bauchentscheidungen sind in der Regel schnelle Entscheidungen in Drucksituationen. Diese Eigenschaft zu kultivieren, ist für Entscheider*innen in unternehmerisch wichtigen Positionen oftmals sehr sinnvoll. Nicht selten gilt hier die Maxime, „lieber schnell entscheiden und einen Fehler riskieren, als keine Entscheidung zu treffen“.

Software-Lösungen wie Apollo.ai helfen dabei, den Entscheidungsfindungsprozess im vor, während und nach Meetings zu erleichtern. Alle Inputs oder Outputs können einfach dokumentiert und für alle relevanten Personen nachverfolgbar gemacht werden.

Dennoch ist hier auch Platz für intuitive Einwürfe. Kein Korsett kann Ihnen diese Fähigkeit im direkten Austausch während eines Meetings nehmen.

Wenn Daten tatsächlich die bessere Wahl sind

Speziell, wenn Sie sich auf wissenschaftlich fundierte Fakten in Ihrem Unternehmen berufen, sollten diese empirisch und evident von Daten gestützt werden. Erst durch Daten werden Analysen und Prognosen sinnvoll und können Ihrem Entscheidungsprozess guttun.

Überall dort, wo Datensätze zu einem Problem vorliegen und die Zeit es zulässt, sollten Schlussfolgerungen daraus als Grundlage für eine Entscheidung genutzt werden. Statt also eine zu extreme Vereinfachung eines Problems durch das Bauchgefühl zu riskieren, ist die detaillierte Betrachtungsweise über Daten ein sicheres Mittel für eine fundierte Annahme. Eine solche Annahme lässt letztlich einen hochgradig sicheren Schluss zu.

Wichtig ist, dass die Zahl der Datensätze zur entsprechenden Entscheidung passt. Daniel Kahneman, Psychologe, sieht in einer zu begrenzten Datenmenge ein Problem. Entscheider*innen würden somit Muster erkennen, die es auf diese Weise nicht gibt. Ein Beispiel: Nur weil Sie drei Punkte sehen, müssen das nicht die Eckpunkte eines Dreiecks sein. Es könnten beispielsweise auch Messpunkte für einen Kreis, ein Quadrat oder ein Oktagon sein.

Datengefühl: duale Entscheidungsfindung

Mit Hilfe von Daten erhält man fundierte Ergebnisse. Eine zu detailverliebte Herangehensweise ist aber auch ein Risiko. Wählen Sie ausschließlich Ihr Bauchgefühl, ist eine schnelle Entscheidung Ihr Trumpf. Allerdings fußen solche Entscheidungen oftmals auf oberflächlichen Einschätzungen. Die Gefahr einer falschen Entscheidung steigt.

Ein Mittelweg, eine Verbindung aus Datensatz und Bauchgefühl, wäre wünschenswert – sozusagen ein Datengefühl. Hier sind einige Tipps, wie Sie Intuition und erhobene Fakten zu einer vorteilhaften Entscheidungsmaschine in Ihrem Sinn verbinden können:

Sichern Sie Ihr Bauchgefühl mit Daten ab

Eine Entscheidung steht an und Ihr Bauchgefühl rät zu einer ganz bestimmten Entscheidung. Ehe Sie „nur“ diesem einen Impuls folgen, drücken Sie auf Ihre imaginäre Pausentaste. Nehmen Sie sich im besten Fall die Zeit, nicht impulsiv vorzupreschen, sondern wenigstens einen kurzen Fakten- und Datencheck durchzuführen. So verlassen Sie sich nicht nur auf Ihre Erfahrung, sondern stützen diese auch durch Fakten. Dieses Vorgehen kann speziell dann sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Entscheidung auch anderen erläutern und damit Nachvollziehbarkeit schaffen wollen.

Füttern Sie Ihr Bauchgefühl mit Daten

Das Bauchgefühl steht fest auf der Basis Ihres Erfahrungsschatzes. Je reichhaltiger dieser Schatz ist und je länger Sie diesen kultivieren, desto klarer ist die Grundlage für rasche Bauchentscheidungen. Das bedeutet: Üben Sie es, Entscheidungen zu treffen. Suchen Sie sich hierzu etwas aus, dass Ihnen Spaß macht und mit Ihrer Arbeit zu tun hat. Je mehr Daten Sie sich dazu anlesen, desto mehr wird Ihr Bauchgefühl geschult. Eine weitere Möglichkeit ist, sich Ja-/Nein-Fragen zu schnellen und intuitiv zu antworten, ohne nachzudenken – so zapfen Sie Ihr Unterbewusstsein und somit Ihr Bauchgefühl an.

Ändern Sie Ihre Meinung, wenn die Daten das vorgeben
Wichtig ist Ihre Bereitschaft, dass Sie Ihre Meinung auch ändern dürfen. Wenn Ihr Bauchgefühl über Jahre hinweg einen Weg bestimmt hat, die aktuellen Daten dies aber als falsch offenbaren, nehmen Sie sich nicht die Chance, hier einen besseren Weg einzuschlagen. Machen Sie aus Ihrer Meinung eine Sammlung von datenbasierten Entscheidungen. Dann ist es nämlich so, sollten sich die Daten ändern, können Sie auch einfach Ihre Meinung ändern.

Verwenden Sie nur vollständige und valide Datensätze

Recherche ist wichtig – und das im doppelten Sinn. Finden Sie Datensätze, auf denen Sie Ihre unternehmerischen Entscheidungen fußen lassen, dann ist das sinnvoll. Allerdings sollten Sie sich immer über Ihre Quellen im Klaren sein. Verwenden Sie entweder gesicherte, durch wissenschaftliche Arbeitsstandards erlangte Daten, oder stellen Sie unterschiedliche Forschungsmeinungen durchaus nebeneinander. Wenn beide (oder mehrere) Datensätze unterschiedliche Vorgehensweisen empfehlen, verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl.

Fazit

Nein, der goldene Mittelweg ist nicht immer der richtige. Beim Dualismus zwischen intuitiver Bauchentscheidung und empirischer Daten- und Faktenentscheidung ist es selten, dass ein harmonisches Miteinander zum Ziel führt. In der Regel wird eine Seite, auch wenn beide verwendet werden, zu einem entweder schnelleren oder eben höchstwahrscheinlich richtigeren Ergebnis führen. Entscheider*innen in einem Unternehmen müssen sich eben dafür entscheiden, wie sie diese fällen.

Immer sinnvoll ist das Anzapfen mehrerer Personen. Eine größere Menge an Bauchgefühl kann durchaus zu einer positiveren Entscheidung führen. Meetings sind dabei ein wertvolles Mittel. Mit Hilfe unserer Software können Sie basierend auf digital geteilten und stets greifbaren Daten eine Entscheidung aus Ihrem Bauch heraus, untermauert durch Daten, im Verbund mit Ihren Mitarbeiter*innen treffen.